Bandscheibenvorfall – Fakten und Tipps

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Bandscheibenvorfall – Fakten und Tipps

Schmerzen? Sportart nicht mehr ausführbar? Im Beruf beeinträchtigt? Ständiges auf und ab mit Beschwerden? Beine/Füße/Zehen taub? Schlaflose Nächte?

Fragen die einem mit Rückenbeschwerden bestimmt einmal plagen…

Folgender Artikel soll dir zu ein wenig mehr Durchblick

mit dem Thema Bandscheiben(-vorfall) verhelfen.

 

WAS GENAU IST EINE BANDSCHEIBE ÜBERHAUPT?

Die Menschliche Wirbelsäule beinhaltet 23 Bandscheiben. Diese verbinden die einzelnen Wirbelköper miteinander. 

 

Der Aufbau einer Bandscheibe:       

(aus Michael Schünke: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem Prometheus. Thieme, 2014, S. 118)

(aus Michael Schünke: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem Prometheus. Thieme, 2014, S. 118)

Jede Bandscheibe besitzt einen Kern (innerer Teil des Bildes), dieser ist von kollagenen Faserringen umgeben (äußerer Teil des Bildes, Anzahl: ca. 10-20). Die Verlaufsrichtung der einzelnen Faserringe ist schräg und somit erlauben sie verschiedenste Bewegungen (Beugen nach vor, Strecken nach hinten, Neigen zur Seite, Rotation um die Wirbelsäulenlängsachse, gewisse Schubbewegungen und Kombinationen dieser Bewegungen). Der Bandscheibenkern besteht aus ca. 70-90% aus Wasser und ein paar anderen Bestandteilen die eine hohe Wasserspeicherfähigkeit aufweisen. Der somit aufgebaute Innendruck gibt der Bandscheibe eine Vorspannung, die sie höhere axiale Lasten aufnehmen lässt (siehe Bauindustrie: Prinzip Stahlbeton).

 

Die Ernährung einer Bandscheibe:

Die Bandscheibe ist nicht durchblutet und ist im Wesentlichen auf 2 Versorgungsmechanismen angewiesen:

  1. Diffusion/Osmose: wird in diesem Artikel nicht näher behandelt.
  2. Ent- und Belastung der Bandscheibe sorgen für einen Wasserstrom von den Wirbelkörpern in die Bandscheibe und von der Bandscheibe in die Wirbelkörper (Wasser, Nährstoffe, Abfallprodukte, Enzyme, Hormone,…).

Jetzt wird auch die Gefahr bei länger andauernder sitzender Tätigkeit, z.B. beim Autofahren oder bei diversen Büroarbeiten, sehr deutlich -> der Wasserein-/ausstrom ist hier nahezu unterbrochen und auch die Diffusion ist erschwert.

 

Die Aufgabe einer Bandscheibe:

Vereinfacht gesagt gewährleisten sie die Bewegungsfreiheit der Wirbelsäule (Beugen, Strecken, Seitneigen, Rotieren und Kombinationen dieser Bewegungen).

 

Kommen wir nun zum eigentlichen Thema, dem Bandscheibenvorfall

 

Was ist ein Bandscheibenvorfall:     

Reißen die Faserringe und treten Teile des Kerns aus, so spricht man von einem Vorfall (Discusprolaps). Sind nur die inneren Ringe gerissen, so stülpt sich die Bandscheibe etwas nach außen und man spricht von einer Bandscheibenvorwölbung (Discusprotrusion).

 

Wie entsteht er:

  • Verschleißerscheinungen (verminderte Wasserbindungskapazität – eine normale Alterserscheinung) die durch Fehlbelastung und Überbelastung begünstigt werden. Wie z.B. jahrelanges falsches Heben schwerer Lasten, falsch ausgeführtes Bauchmuskel- bzw. generell unsauberes Krafttraining, täglich stundenlange Fehlhaltung (Büro, rein stehender Beruf,…) usw.
  • Generell begünstigt eine schwache Muskulatur Fehl- und Überbelastungen.
  • Natürlich kann ein Vorfall auch aufgrund eines schweren Unfalles ausgelöst werden.
  • Rauchen und Diabetes sind ebenso schlecht für die Bandscheiben -> da hier die Versorgung mit Nährstoffen etc. abnimmt.
  • Übergewicht führt ebenso zu höheren Belastungen.

 

Was genau schmerzt:

(aus Michael Schünke: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem Prometheus. Thieme, 2014, S. 133)

(aus Michael Schünke: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem Prometheus. Thieme, 2014, S. 133)

 

Gleich mal vorweg: nicht jeder Vorfall ist schmerzhaft! Kommt es zum Prolaps (Vorfall), wird in der Regel die tiefer liegende Nervenwurzel komprimiert (Austritt nach hinten im Bild mit rotem Pfeil markiert), so dass Schmerzen, aber auch Lähmungserscheinungen in darunter liegenden, benachbarten Hautregionen bzw. entsprechenden Muskeln auftreten können. Kommt es zu keinem Kontakt der Nervenwurzeln, ist nicht zwingend mit Schmerzen/Symptomen zu rechnen.

JEDER Bandscheibenvorfall ist individuell! Manche verursachen, wie schon erwähnt, keine oder nur wenig Probleme, andere wiederum sind so extrem schmerzhaft, wie man es sich seinem schlimmsten Feind nicht wünschen würde.

 

 

Zeichen eines Vorfalls können sein:

Lokale Schmerzen in der Wirbelsäule, Taubheitsgefühl in den Beinen und oder den Füßen/Zehen, …

Generell empfiehlt sich bei anhaltenden Schmerzen ein Arztbesuch zur Abklärung der Ursache (da es auch andere Verletzungen/Degenerationen, außer dem Bandscheibenvorfall, mit ähnlichen/gleichen Schmerzen gibt).

Einmal einen Bandscheibenvorfall zu haben heißt NICHT, dass man nach geraumer Zeit noch immer einen hat! Nur in der Akutphase (meist rund 6 Wochen, kann aber durch verschiedene äußere Umständen mitunter stark variieren) hat man einen Vorfall, danach hatte man mal einen! Wenn also jemand behauptet, er hat seit 2 Jahren einen Bandscheibenvorfall, entspricht das nicht ganz der Wahrheit… er hatte vor 2 Jahren einen und hat vielleicht noch immer Probleme (fehlendes Krafttraining, weiterhin falsches Heben, zu langes Sitzen, usw. …).

Jeder Körper bildet bei verletzten Strukturen mehr Schmerzrezeptoren als zuvor, d.h. man merkt also schneller, wenn dort etwas „nicht stimmt“ – meist ist es aber nur ein Stoffwechselengpass (durch zu langes sitzen, ungünstige Haltung, etc.) der sich mit ein paar gezielten Bewegungen sofort wieder in den Griff bekommen lässt.

 

Was kann ich dagegen tun:

Akuter Vorfall:

  • gewisse Mobilisationstechniken können die Stoffwechsellage kurzfristig verbessern,
  • längerfristig ist von Anfang an eine Physiotherapie sehr hilfreich,
  • parallel oder spätestens im Anschluss an die Therapie empfiehlt sich unbedingt richtiges Krafttraining um die verletzten Strukturen wieder zu kräftigen, damit sich nicht sofort das nächste „Kreuz mit dem Kreuz“ entwickelt. Nach ca. einem Jahr ist die Bandscheibe auch ohne Krafttraining wieder „gut“ – hält aber NICHT VIEL aus!!!
  • wenn nötig, Schmerzmittel (keine Entzündungshämmer!) – nach ärztl. Rücksprache,
  • eine Operation (Bandscheibenentfernung) ist nur sehr selten wirklich notwendig und ist, solange es ohne OP irgendwie möglich ist, nicht anzustreben (Wirbelsäule büßt so natürlich massiv an Bewegungsfreiheit ein, …).

 

Nicht das Hinfallen ist schlimm, sondern

wenn man dort liegenbleibt, wo man hingefallen ist!

 

Präventive Maßnahmen:

  • die einzig langfristige präventive Maßnahme ist ein:

Richtiges, funktionelles, den Alltagsbelastungen gewachsenes, alle möglichen Bewegungen umfassendes Ganzkörper-KRAFTTRAINING!!!

Muskeln sind zwar die einzigen Strukturen des Körpers, bei denen man eine Änderung von außen sehen kann – ABER richtiges Krafttraining verbessert auch Elemente wie Bandscheiben, Menisken, Knorpeln, Sehnen, Bänder und ja sogar die Knochen! Das Alleine sind eigentlich schon genug Gründe für einen sofortigen Trainingsbeginn!

  • Natürlich ist z.B. im Büroalltag eine dynamische Sitzhaltung (oftmaliges wechseln der Sitzposition) von Vorteil.

 

Kundenmeinungen:

„Durch das Krafttraining kann ich endlich wieder schmerzfrei meinen Alltag bestreiten!“

„Endlich kann ich wieder Sport betreiben wie es mir beliebt!“

„Zum Glück hast du mir richtiges Trainieren beigebracht, seitdem bin ich schmerzfrei!“

 

Dich plagt dein Kreuz?

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